Geozonen prüfen: So findest du Flugverbotszonen für deine Drohne

Bevor eine Drohne startet, sollte eigentlich immer derselbe Handgriff erfolgen: kurz die Geozonen am geplanten Standort checken. In der Praxis wird das gerne vergessen – dabei dauert es über die offizielle Karte nur eine Minute.
Was sind Geozonen überhaupt?
Geozonen (offiziell: geografische UAS-Gebiete) sind räumlich definierte Bereiche, in denen für den Drohnenbetrieb besondere Regeln gelten – von zusätzlichen Auflagen bis zum vollständigen Flugverbot. Rechtsgrundlage in Deutschland ist § 21h der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO).
Wichtig: Eine farblich markierte Zone bedeutet nicht automatisch ein absolutes Flugverbot. Teilweise ist ein Flug unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. mit Genehmigung oder unterhalb einer Maximalhöhe) trotzdem erlaubt.
Die offizielle Quelle: dipul
Die Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt (dipul) ist das offizielle Portal, über das die Deutsche Flugsicherung (DFS) im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) alle Geozonen für Deutschland bereitstellt. Über die interaktive Karte auf dipul.de bzw. den zugehörigen Kartendienst kannst du für jeden Standort in Deutschland prüfen, welche Beschränkungen gelten.
In drei Schritten zum Ergebnis
- Standort eingeben: Adresse oder geplanten Startpunkt in der Kartensuche eingeben oder den eigenen Standort freigeben
- Kartenebenen einblenden: Alle relevanten Ebenen aktivieren, um sämtliche Geozonen am Standort zu sehen
- Zone anklicken: Bei einer markierten Fläche auf die Zone klicken – dort werden die konkreten Bedingungen angezeigt (z. B. maximale Flughöhe, erforderliche Genehmigung, komplettes Verbot)
Typische Zonentypen
- Kontrollzonen rund um Flughäfen und Flugplätze
- Naturschutzgebiete und Nationalparks
- ED-R-Gebiete (Restricted Areas, z. B. militärische Übungsgebiete)
- Einsatzorte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten
- Bereiche über Industrieanlagen, JVAs und militärischen Liegenschaften
Reichen Apps wie DJI Fly zur Kontrolle aus?
Viele Drohnen- und Flug-Apps zeigen ebenfalls Geozonen an und greifen dabei teils auf dieselben DFS/dipul-Daten zu. Trotzdem gilt: Diese Anzeigen sind eine hilfreiche erste Orientierung, aber nicht zwingend vollständig oder rechtsverbindlich. Vor besonders sensiblen Flügen (z. B. in Stadtnähe oder unklaren Gebieten) lohnt sich zusätzlich ein Blick in die offizielle dipul-Karte.
Was tun, wenn eine Zone betroffen ist?
- Prüfen, ob unter den angezeigten Bedingungen (z. B. Maximalhöhe) ein legaler Flug möglich ist
- Bei Genehmigungspflicht: Antrag rechtzeitig vor dem geplanten Flug bei der zuständigen Stelle einreichen
- Im Zweifel: auf einen alternativen Standort außerhalb der Zone ausweichen
Was bei einem Verstoß gegen Flugverbotszonen konkret droht, erfährst du im Beitrag Bußgeld ohne Drohnenführerschein. Mehr zu Registrierung und Versicherungspflicht findest du auf der Seite Drohne beim LBA registrieren.
