Bußgeld ohne Drohnenführerschein: Diese Strafen drohen

Wer ohne die erforderlichen Nachweise oder Registrierung fliegt, begeht in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit. Wie teuer das werden kann und wovon die tatsächliche Höhe abhängt, erklärt dieser Beitrag.
Wie hoch ist der gesetzliche Rahmen?
Der maximale Bußgeldrahmen für Verstöße gegen die Luftverkehrsvorschriften liegt nach § 58 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) bei bis zu 50.000 Euro. Anders als beim Straßenverkehr gibt es dafür keinen festen Bußgeldkatalog mit tabellarisch festgelegten Beträgen – die tatsächliche Höhe wird im Einzelfall von der zuständigen Behörde festgelegt.
Wovon hängt die Höhe im Einzelfall ab?
In der Praxis bewegen sich Bußgelder bei einfachen, fahrlässigen Verstößen häufig im dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Die Behörden berücksichtigen dabei typischerweise:
- Ob der Verstoß vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde
- Wie hoch das Gefährdungspotenzial im konkreten Fall war (z. B. Nähe zu einem Flughafen, zu Menschenansammlungen)
- Ob es sich um einen Erst- oder Wiederholungsverstoß handelt
- Ob zusätzlich ein Schaden entstanden ist
Welche Verstöße werden konkret geahndet?
- Fliegen ohne erforderlichen EU-Kompetenznachweis A1/A3 oder EU-Fernpilotenzeugnis A2
- Fliegen ohne UAS-Betreiberregistrierung, obwohl diese erforderlich wäre
- Verstöße gegen Flugverbotszonen (§ 21h LuftVO), etwa über Naturschutzgebieten, Krankenhäusern oder in Flughafennähe
- Überschreitung der maximal zulässigen Flughöhe von 120 Metern in der offenen Kategorie
- Fliegen ohne gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung
Mögliche Konsequenzen über das Bußgeld hinaus
- Versicherungsschutz: Ohne gültige Registrierung oder Versicherung kann im Schadensfall der Versicherungsschutz verweigert werden – du haftest dann unter Umständen privat und unbegrenzt für entstandene Schäden.
- Strafrechtliche Konsequenzen: In schweren Fällen, etwa bei konkreter Gefährdung des Luftverkehrs oder wiederholten vorsätzlichen Verstößen, kann zusätzlich zum Bußgeld auch ein Strafverfahren eingeleitet werden.
- Beschlagnahmung: In Einzelfällen kann die Drohne von der Polizei sichergestellt werden.
So vermeidest du das Risiko
- EU-Kompetenznachweis A1/A3 erwerben, auch wenn er für deine Drohne nicht zwingend vorgeschrieben ist
- Bei Kameradrohnen die Betreiberregistrierung beim LBA nicht vergessen
- Vor jedem Flug die Geozonen an deinem Standort prüfen
- Gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung nachweisen können
Eine vollständige Kostenübersicht aller Nachweise findest du auf der Seite Kosten im Überblick.
